Putterlänge bestimmen – Welcher Putter passt zu deiner Körpergröße?
Foto: Chiputt Golf
Viele Golfer kaufen einen Putter, weil er gut aussieht oder einen Markennamen trägt. Dabei ist die Länge des Putters einer der größten Einflüsse auf Haltung, Ausrichtung und letztlich die Konsistenz am Green. Ein zu langer Putter verändert den Schulterwinkel, ein zu kurzer zwingt dich in eine Beugehaltung, die auf Dauer weder angenehm noch reproduzierbar ist.
Die gute Nachricht: Die richtige Putterlänge lässt sich in wenigen Minuten bestimmen – ohne Fitting-Termin und ohne teures Equipment.
Standardlängen: Was bedeuten 33", 34" und 35"?
Im Handel begegnen dir fast ausschließlich drei Standardlängen:
- 33 Zoll (83,8 cm): Für kleinere Golfer oder eine stärker aufrechte Haltung am Ball
- 34 Zoll (86,4 cm): Die am häufigsten verkaufte Länge – gilt als "Standard" für Erwachsene um 175–185 cm
- 35 Zoll (88,9 cm): Für größere Golfer oder eine sehr gestreckte Haltung
Darüber hinaus existieren Belly-Putter (42–46") und Armlock-Putter (40–44"), die mit anderer Technik gespielt werden und eigene Fitting-Regeln haben.
Das Problem mit Standardlängen: "Standard" heißt nicht "passend". Ein 34"-Putter ist für einen Golfer mit 1,65 m zu lang; für jemanden mit 1,90 m oft zu kurz. Trotzdem greifen viele Golfer jahrelang zum Standardstock.
Körpergröße als Ausgangspunkt: Die Orientierungstabelle
Die folgende Tabelle gibt einen ersten Anhaltspunkt – kein Ersatz für den Haltungstest, aber ein sinnvoller Startpunkt:
| Körpergröße | Empfohlene Putterlänge |
|---|---|
| unter 1,60 m | 32" – 33" |
| 1,60 – 1,70 m | 33" |
| 1,70 – 1,80 m | 33" – 34" |
| 1,80 – 1,90 m | 34" – 35" |
| über 1,90 m | 35" oder Sonderanfertigung |
Wichtig: Diese Werte setzen eine neutrale, leicht nach vorne geneigte Haltung voraus. Wer sehr aufrecht steht oder sehr weit über den Ball gebeugt, braucht entsprechend andere Längen – dazu gleich mehr.
Der Haltungstest: So prüfst du es selbst
Dieser Test funktioniert zuhause, ohne ein einziges Putten. Du brauchst deinen Putter, eine Wand und etwa zwei Minuten.
Schritt 1: Stelle dich in deine normale Putting-Haltung. Knie leicht gebeugt, Oberkörper aus der Hüfte geneigt, Arme locker hängen lassen.
Schritt 2: Lass die Arme natürlich fallen. Wo befinden sich deine Hände? Direkt unter den Schultern, leicht vor dem Körper.
Schritt 3: Halte den Putter so, dass der Kopf flach am Boden liegt. Passen Griffende und Handgelenke zusammen – weder Druck nach oben noch nach unten? Dann stimmt die Länge.
Zeichen, dass der Putter zu lang ist:
- Griffende zeigt von dir weg oder drückt gegen die Handgelenke
- Schultern öffnen sich automatisch nach links (Rechtshänder)
- Du kannst die Hände nicht locker halten
Zeichen, dass der Putter zu kurz ist:
- Du beugst dich übermäßig nach vorne
- Die Arme hängen nicht, sondern drücken aktiv nach unten
- Rücken und Nacken spannen nach wenigen Putts
Putter-Stile und ihre Längen-Unterschiede
Die Schlägerkopf-Geometrie beeinflusst die optimale Länge. Das liegt an der Schaftachse und dem Lie-Winkel:
Blade-Putter haben meist einen langen, geneigten Schaft – Standardlängen passen hier am direktesten zur Tabelle oben.
Mallet-Putter haben oft kürzere, steilere Schäfte. Wer von einem Blade auf einen Mallet wechselt, stellt häufig fest, dass er eine halbe bis eine volle Zoll-Einheit kürzer greifen sollte.
Face-Balanced Mallet begünstigen eine aufrechte Haltung – viele Golfer greifen hier tendenziell kürzer als die Tabelle angibt.
Faustregel: Wenn du den Putter-Typ wechselst, prüfe die Länge neu.
Custom Fitting: Wann lohnt sich der Gang zum Profi?
Ein professionelles Putter-Fitting kostet je nach Anbieter zwischen 50 und 150 Euro – zusätzlich zu einem eventuellen Neukauf. Es lohnt sich, wenn:
- Du regelmäßig mehr als 33 Putts pro Runde spielst
- Dein aktueller Putter sich dauerhaft unbequem anfühlt
- Du zwischen zwei Längen liegst und der Haltungstest kein klares Ergebnis gibt
- Du auf einen anderen Putter-Stil umsteigst
Für Golfer, die nur gelegentlich spielen, ist ein selbst durchgeführter Haltungstest ausreichend. Eine halbe Zoll Differenz macht auf Hobbyniveau selten den entscheidenden Unterschied – Technik und Ausrichtung wiegen schwerer.
Wenn die Länge stimmt: Der nächste Schritt ist Ausrichtung
Ein richtig langer Putter löst keine Ausrichtungsprobleme. Er schafft nur die körperliche Voraussetzung, um konsistent zu stehen.
Der häufigste Folgefehler: Golfer stellen sich zum Putten vor, sie zeigen auf die Linie – tun es aber nicht. Die Schultern öffnen, der Kopf kippt, der Putter schwingt innen-außen. Das passiert auch mit perfekter Länge.
Hier setzt gezieltes Ausrichtungstraining an. Ein Groove Putting Mirror macht genau diese Fehler sichtbar: Er zeigt dir in Echtzeit, ob Augen, Schultern und Putterlinie tatsächlich parallel zur Ziellinie stehen – und nicht nur gefühlt. Kombiniert mit einer Putting Matte für zuhause entsteht daraus ein Trainingssetup, das Technikfehler systematisch abbaut.
Fazit
Die richtige Putterlänge ist kein Detail – sie ist die Grundlage für eine reproduzierbare Haltung. Ein zu langer oder zu kurzer Putter zwingt den Körper in Kompensationsbewegungen, die sich über 18 Löcher summieren.
Der Haltungstest kostet nichts und dauert zwei Minuten. Wer anschließend feststellt, dass sein aktueller Putter nicht passt, hat zwei Optionen: kürzen lassen (günstig, beim Clubmacher) oder einen neuen mit passender Länge kaufen.
Wenn die Länge stimmt, ist der nächste sinnvolle Schritt Ausrichtungstraining. Weil selbst der best-gefittete Putter nichts nützt, wenn er nicht auf die Linie zeigt.