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Putten ausrichten: die 4 häufigsten Fehler

Vier Setup-Fehler kosten mehr Putts als jede Technik – so findest du sie in zwei Minuten.

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Die meisten Golfer arbeiten an ihrem Putt-Schlag. Sie üben Pendelbewegung, Tempo, Rhythmus – und wundern sich, warum die Zwei-Meter-Putts trotzdem nicht fallen. Der Grund liegt in den meisten Fällen vor der Bewegung: im Setup. Wer beim Putten falsch ausrichtet, muss den Fehler während des Schlags unbewusst korrigieren. Und eine Korrektur, die man nicht bewusst steuert, lässt sich nicht wiederholen.

Dave Pelz hat das in den 1980er-Jahren systematisch vermessen: Sowohl Amateure als auch Tour-Profis zielten mit dem Putter neben ihre eigene Linie – und glichen das im Schlag aus. Die gute Nachricht: Ausrichtungsfehler sind die am einfachsten zu findende Fehlerklasse im Golf. Man braucht dafür weder einen Pro noch eine Trainerstunde, sondern nur zwei Minuten und eine ehrliche Rückmeldung.

Wie wenig Abweichung das Loch verzeiht

Bevor es um Fehler geht, lohnt sich der Blick auf die Toleranz. Ein Loch hat 108 mm Durchmesser, ein Golfball höchstens 42,67 mm. Damit der Ball bei einem Putt mit Ausrolltempo gerade noch die Lochkante erwischt, darf sein Mittelpunkt am Loch maximal rund 3,3 cm neben der Mitte liegen. Umgerechnet auf die Distanz ergibt das folgende Winkel-Toleranz:

Putt-Länge Max. Fehler der Startlinie Entspricht Schlagflächen-Fehler
1 m 1,9° ca. 2,2°
2 m 0,9° ca. 1,1°
3 m 0,6° ca. 0,8°
4 m 0,5° ca. 0,6°
5 m 0,4° ca. 0,5°

Die dritte Spalte kommt so zustande: Messungen mit Ball-Roll-Systemen (Quintic Ball Roll) ordnen der Stellung der Schlagfläche im Treffmoment rund 83 % der Startrichtung zu, dem Schwungpfad den Rest. Ein Schlagflächenfehler wirkt also fast eins zu eins auf die Startlinie.

Das Ergebnis ist unbequem: Ab drei Metern kostet dich weniger als ein Grad Fehlausrichtung das Loch. Ein Grad ist mit bloßem Auge im Setup nicht zu sehen – und genau deshalb ist Ausrichtung keine Gefühls-, sondern eine Messaufgabe.

Fehler 1: Die Schlagfläche zielt am Loch vorbei

Der häufigste und teuerste Fehler. Typisch ist das Zielen rechts am Loch vorbei (Rechtshänder), weil der Kopf seitlich neben der Ziellinie steht und das Gehirn die Linie perspektivisch verzerrt wahrnimmt. Der Körper merkt das unbewusst und zieht den Putter im Durchschwung nach links – ein Ausgleich, der mal passt und mal nicht.

Symptom: Deine Putts verfehlen das Loch abwechselnd links und rechts, ohne erkennbares Muster. Und: Auf kurzen Putts triffst du besser als auf mittleren – weil die Toleranz auf einem Meter doppelt so groß ist wie auf zwei.

Prüfung: Lege den Putter im Setup ab, tritt zurück und schau von hinten über den Ball auf das Loch. Zeigt die Schlagfläche wirklich dorthin, wo du sie hingelegt zu haben glaubst? Bei fast jedem Golfer weicht der erste Eindruck vom Ergebnis ab.

Fehler 2: Die Augen liegen nicht über dem Ball

Die Augenposition entscheidet darüber, wie du die Ziellinie überhaupt siehst. Liegen die Augen zu weit innen (also zu nah am Körper), erscheint die Linie nach links versetzt – du richtest kompensierend nach rechts aus. Liegen sie außerhalb des Balls, passiert das Umgekehrte.

Prüfung ohne Hilfsmittel: Ins Setup gehen, einen zweiten Ball an das linke Auge halten und fallen lassen. Landet er auf dem Ball am Boden oder minimal dahinter (Richtung Körper), passt die Position. Landet er deutlich davor oder mehrere Zentimeter dahinter, stehst du falsch zum Ball.

Hängt die Augenposition dauerhaft schief, liegt das oft gar nicht am Setup, sondern am Gerät: Ein zu langer Putter zwingt dich weiter über den Ball hinaus, ein zu kurzer in eine gebeugte Haltung. Wie du das prüfst, steht im Ratgeber Putterlänge bestimmen.

Fehler 3: Die Schultern stehen offen

Füße parallel, Putter auf der Linie – und die Schultern trotzdem nach links gedreht. Das ist der Klassiker, weil die rechte Hand am Griff tiefer liegt als die linke und die Schulterlinie dadurch automatisch öffnet. Die Folge ist ein Schwungpfad von außen nach innen: Der Putter kommt von außen an den Ball, und die Schlagfläche muss das im Treffmoment ausgleichen.

Symptom: Der Ball startet konstant links der Linie und dreht am Ende nach rechts ins Aus. Oder: Du fühlst dich im Setup „verdreht" und richtest dich mitten in der Routine nochmal neu aus.

Prüfung: Putter in Setup-Position ablegen, dann einen zweiten Schläger quer über beide Schultern legen und ein Foto von hinten machen lassen. Schulterlinie und Ziellinie müssen parallel sein – nicht die Füße sind der Maßstab, sondern die Schultern.

Fehler 4: Ball-Linie und Körper-Linie zeigen in verschiedene Richtungen

Viele Golfer markieren ihren Ball mit einer Linie, richten sie am Loch aus – und stellen sich dann so hin, wie es sich gewohnt anfühlt. Damit hat man zwei Ausrichtungen, die sich widersprechen: eine korrekte am Boden und eine gefühlte im Körper. Das Gehirn folgt im Zweifel dem Gefühl.

Die Reihenfolge ist entscheidend: erst die Linie auf dem Ball ausrichten, dann die Schlagfläche an der Linie, dann den Körper an der Schlagfläche. Nie umgekehrt. Eine saubere Linie auf dem Ball ziehst du in zehn Sekunden mit einer Schablone – zum Beispiel dem EyeLine Golfball Liner (19,95 €). Die Details dazu stehen in der Anleitung zum Golfball markieren.

Der 2-Minuten-Selbsttest

Dieser Test deckt alle vier Fehler auf einmal auf. Du brauchst dafür ein Grün oder eine Puttingmatte, zwei Tees und deinen Putter.

  1. Ziellinie festlegen: Such dir einen geraden Putt über zwei Meter. Lege einen zweiten Schläger oder eine Ausrichtungsstange auf den Boden – parallel zur Linie, etwa 30 cm neben dem Ball.
  2. Gate bauen: Steck zwei Tees rund 30 cm vor dem Ball ein, etwas breiter als ein Ball. Das ist dein Tor für die Startlinie.
  3. Zehn Putts, ohne zu korrigieren: Zähle, wie viele sauber durch das Tor rollen. Unter acht von zehn hast du ein Ausrichtungs-, kein Schlagproblem.
  4. Gegenprobe mit geschlossenen Augen: Ins Setup gehen, Augen schließen, putten. Wenn die Trefferquote steigt, korrigierst du im Schlag – also stimmt deine Ausrichtung nicht.

Punkt vier ist der entscheidende Hinweis. Wer mit geschlossenen Augen besser puttet als mit offenen, hat ein Wahrnehmungsproblem im Setup – und dagegen hilft kein zusätzliches Schlagtraining, sondern nur eine objektive Rückmeldung.

Putten ausrichten mit Rückmeldung: was die Fehler sichtbar macht

Alle vier Fehler haben eines gemeinsam: Man spürt sie nicht. Sie fühlen sich richtig an, weil man sie seit Jahren so macht. Ein Trainer sieht sie in dreißig Sekunden – ein Spiegel auch, und der kostet keine Stundenpauschale.

Der Groove Putting Mirror von EyeLine Golf ist genau dafür gebaut: Du legst ihn unter den Putter, siehst deine Augenposition und die Schulterlinie in Echtzeit und kontrollierst über die aufgedruckte Ziellinie plus die verstellbaren Gates gleichzeitig Schlagflächenstellung und Startlinie. Die Rückmeldung kommt bei jedem einzelnen Putt, nicht erst nach der Runde.

Ausrichtung ist messbar – mit dem richtigen Werkzeug in zwei Minuten.

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Fazit

Ausrichtung ist der Teil des Puttens mit dem besten Verhältnis aus Aufwand und Wirkung. Sie kostet keine Kraft, keine Beweglichkeit und kein Talent – nur Genauigkeit. Und weil das Loch ab drei Metern weniger als ein Grad verzeiht, entscheidet sie über mehr Putts als jede Feinarbeit an der Pendelbewegung.

Der Ablauf für die nächsten zwei Wochen: Selbsttest machen, den größten der vier Fehler identifizieren, ihn mit objektiver Rückmeldung abstellen – und erst danach wieder an Tempo und Distanzkontrolle arbeiten. Wie das aussieht, steht in Putten üben zu Hause und für die schnellen Sommergrüns in 3-Putts vermeiden. Das passende Werkzeug dafür findest du in der Kategorie Trainingshilfen.

GOALF - Frank von GOALF blickt lächelnd in die Kamera
GESCHRIEBEN VON
GOALF
Gründer von GOALF. Testet jede Trainingshilfe selbst, bevor sie in den Shop kommt.